hintergrundrauschen

Antisemitismus in Kunst und Kultur ist keineswegs eine isolierte Erscheinung. In verschiedenen Bereichen tauchen immer wieder antisemitische Vorfälle auf. Die Geschehnisse im Rahmen der documenta fifteen sind lediglich ein Beispiel von vielen.
Die Gruppe KGI organisiert nun eine Reihe von Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Mülheim, die einen direkten Bezug zur NS Vergangenheit haben um den anhaltenden Antisemitismus in Kunst, Kultur und Gesellschaft vor Ort auf den Grund zu gehen.
Oft sehen sich Künstler*innen und Kultur-Veranstalter*innen als Gegenbewegung zum herrschenden Zeitgeist, als fortschrittliches und kritisches gesellschaftliches Korrektiv. Sind sie dies wirklich oder reproduzieren und verstärken sie nur ein antisemitisches Grundrauschen in der Gesellschaft unter dem Deckmantel der Kunst- und Meinungsfreiheit? Ist in der Kunst- und Theater-Szene etwa eine konformistische Verschiebung zugange, die unter einem Antisemitismuskritischen Fokus kaum von rechtspopulistischen Strategien zu unterscheiden ist? Nachdem sich KGI in den letzten Arbeiten unter dem Begriff der "Gefühlserbschaften" vermehrt mit Erinnerungspolitiken und den verschiedenen NS-Hintergründen ihrer Großeltern beschäftigt haben und wie diese immer noch in uns nachwirken, versucht das aktuelle Vorhaben eine politisch ästhetische Intervention in den Erinnerungsdiskurs in 3D. KGI entwickeln dazu eine 3D Website welche durch die Diskussionsreihe inhaltlich zum Archiv anwächst. Durch die Aufzeichnung der Diskussionen mit Expert*innen soll die 3D-Website zu einer ganzheitlichen Erfahrung werden und Erinnern im virtuellen Raum ermöglichen. Die analogen Räume, die sich dafür aufsuchen, haben einen direkten Bezug zur nationalsozialistischen Vergangenheit Mülheims.
21.09.23 Kunst und Konformismus mit Stella Leder und Tom Uhlig Ort: vier.ruhr 19 Uhr
3.12.23 Lesung: Judenhass Underground mit Nicolas Potter, Stefan Lauer und Konstantin Nowotny Ort: Makroscope 18 Uhr
9.12.23 Theater Unveiled: Kontinuitäten und Brüche nach dem Nationalsozialismus mit Anselm Heinrich und Matthias Naumann Ort: Ringlokschuppen 17 Uhr
14.11.24 “Wir schon wieder!” - Lesung und Gespräch mit Dana von Suffrin Ort: Makroscope 20 Uhr
6.12.24 Szenische Lesung: Schreiben über „Die Situation“ - Neue Texte über Krieg und Antisemitismus Ort: Theater an der Ruhr 20 Uhr
19.12.24 Kultur nach der Zäsur: Deutschland nach dem 7. Oktober - Eine Diskussion Ort: Makroscope 20 Uhr
20.02.25 Lesung: Jonathan Guggenberger mit Opferkunst Ort: Makroscope 20 Uhr
15.03.25 Multi-Media-Installation, gefolgt von einem Gespräch mit Georg Seeßlen und KGI Ort: Theater an der Ruhr 17 Uhr
Eine Produktion von KGI in Koproduktion mit Ringlokschuppen Ruhr.
Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Kunststiftung NRW und Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Spitzenförderung.
